Historische Albaufstiege

Pfullingen: Unter dem Thema „historische Albaufstiege“ stand die sportliche Tour der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins. Zu Beginn folgten die 30 Teilnehmer dem Verlauf des Lindentalbaches bis zur „Küche“. Hier beginnt einer der alten Aufstiege, die sogenannte Küchensteige. Die Albvereinler erfuhren von den Wanderbegleitern Gerhard Stolz und Doris Sautter, warum in früherer Zeit die Leute lieber die unbequemen Auf- und Abstiege nach Gönningen auf sich nahmen, statt den ebenen Weg durch das Selchental zu nehmen. Der nächste alte Aufstieg ist die Heusteige. Die Pfullinger aber nahmen die Ochsensteige zum Erreichen des Gielsberges. Vom einzigen Aussichtspunkt auf dieser Hochfläche war Pfullingen im Dunst auszumachen. Doris Sautter trug das Gedicht von Wilhelm Götz über Pfullingen im Echaztal vor. Anschließend erfuhren die Wanderer auch noch einiges über die Kernzonen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Über die Wiesen wanderten sie dann zur gegenüberliegenden Traufkante und weiter zum Aussichtspunkt Barmkapf. Hier ergab sich eine schöne Aussicht ins Wiesaztal und dem darüber liegenden  Roßberg. Beim Abstieg auf der Pfullinger Steige säumten Seidelbast und eine vorwitzige Waldschlüsselblume den Weg. In Gönningen machten die Wanderer Mittagsrast in der Vereinsstube der dortigen Albvereinsortsgruppe. Anschließend bestaunten sie den Wasserfall an der früheren Papiermühle. Entlang der Wiesaz führte der Weg weiter zu den Gönninger Seen. Am Uferrand konnte zahlreicher Froschlaich ausgemacht werden. Über die renaturierten Abbauterrassen gelangten die Albvereinler in den oberen Teil des stillgelegten Steinbruchs. Nach einer kurzen Kraxelpartie über die oberste Kante wurde wieder die Ebene der Tuffplatte, die hier die Talsohle bildet, erreicht. Etwas abseits des Geländes erforschten die Pfullinger verschiedene Quellaustritte. Durch den dahinter steil aufragenden Albtrauf und die vereinzelt blühenden Märzenbecher ergab sich eine eigentümliche Atmosphäre. Nächstes Ziel war die verlassene Talmühle. Hier erfuhren die Wanderer die Historie der Mühle. Diese war einstmals, wie weiterer zahlreicher Besitz im oberhalb liegenden Dorf Genkingen, Besitz des Klosters Pfullingen. Ab der Wiesazquelle wurde das Tal enger. Der ehemalige Weg führte teils abenteuerlich im trockenen Bachbett, teils oberhalb des Bachbettes hinauf nach Genkingen. Bei der Einkehr bedankte sich Gerhard Spardella bei den Wanderbegleitern. Diese Tour, unmittelbar in der näheren Umgebung, führte doch für viele Teilnehmer in unbekanntes Terrain.

Lebensader Neckar

Pfullingen Die Februarwanderung der Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins stand unter dem Motto „Lebensader Neckar“. Deshalb fuhren die Teilnehmer unter der Begleitung von Gerhard Stolz und Doris Sautter nach Kirchentellinsfurt. Dort besuchten sie als erstes den schmalen Uferstreifen zwischen Baggersee und Neckar. Dieses Gebiet dient nicht nur Vögeln als Rückzugsgebiet sondern ist auch bei Überschwemmungen eine wichtige Pufferzone.  Wegen der vorangegangenen Schnee- und Regenfällen waren die Wege ziemlich aufgeweicht und am Auslauf des Sees mussten die Wanderer auf einem Baumstamm das Wasser überwinden. Weiter ging es dann im Schlierbachtal bergauf. Hier wurden die Albvereinler von Frau Holle verwöhnt, die dichte Schneeflocken ausschüttete. Durch den Kontrast von Schnee und Boden wurden die Konturen der tief eingeschnittenen Klingen herausgestellt. Über ein Brückle gelangten die Pfullinger zur Kohlplattenklinge. Entlang der Kirchener Halde konnten die zahlreichen Wasserläufe, die die Hochfläche des Einsiedels zum Neckar hin entwässern, beobachtet werden. Nach dem Überqueren der Schönbuchsteige gelangten die Wanderer durch Obstgütle zum Pumpwerk am Kelterplatz. Durch das Tiefenbachtal wanderten sie hinunter zum Neckarkanal und weiter zum unteren Speicherbecken. Am Wasserkraftwerk wurde die Funktion der Stromerzeugung mit Wasserkraft erläutert. Zum Schluss wurde noch das römische Pfeilergrab besucht, bevor die Pfullinger die Neckarbrücke überquerten und die Echazmündung streiften. Sie hatten den Neckar, sowie seine vielen kleinen Zuläufe, als Schutzgebiet, als Pufferzone, als Trinkwasserspeicher und als Energielieferant erfahren.  In der „Fischerkischd“ bedankte sich Helmut Barthold  bei den Wanderbegleitern für die informative Tour.