Auf Römerspuren im Welzheimer Wald

welzheimer-wald_3731 welzheimer-wald_3737 welzheimer-wald_3741welzheimer-wald_3745welzheimer-wald_3746welzheimer-wald_3748welzheimer-wald_3755welzheimer-wald_3758welzheimer-wald_3759welzheimer-wald_3763welzheimer-wald_3765welzheimer-wald_3771welzheimer-wald_3773welzheimer-wald_3779

Auf Römerspuren begab sich eine stattliche Wandergruppe von 47 Teilnehmern unter der Leitung von Thomas und Sylvia Schwaner mit dem Bus nach Welzheim. Die Besichtigung des dort ansässigen Ostkastells war das erste Ziel. Als einer der wichtigsten Truppenstandorte im 2. und 3. Jahrhundert gab es 3 Kastelle, dem Ostkastell, dem Westkastell und dem Kleinkastell Rötelsee. Auf einer Fläche von 16 Hektar wird ein Stück römische Geschichte lebendig. Das Westkastell liegt heute unter der Stadtbebauung verborgen. Am östlichen Stadtrand liegt das Kleinkastell am Rötelsee. Diese Anlage ist komplett ausgegraben. Die ca. 15km lange Tour startete auf einem abwechslungsreichen Pfad in die Edenbachschlucht. Am Viadukt Lauffenmühle wurde die Mittagsrast eingelegt. Das Viadukt wurde 1910 fertiggestellt und überquert mit einer Länge von 168 Metern die Wieslauf. An der Klingenmühle ging es dann in die tiefeingeschnittene, wildromantische Wieslaufschlucht. Die Mühle war bereits 1668 vorhanden. Sie war Lieblingsplatz des Dichters Justinus Kerner, der von 1812-15 in Welzheim als Arzt tätig war. Ausgewiesen als geologischer Pfad, geben insgesamt 14 Stationen Auskunft über die  geologischen Grundlagen und die Entstehungsgeschichte des Schwäbisch-Fränkischen Waldes. Den urwaldartig und sich selbst überlassenen Bannwald durchwandernd, traf man immer wieder auf bemooste und umgestürzte Bäume. Bei diesem Streckenabschnitt wurde der Gruppe allerdings einiges abverlangt. Bedingt durch starke Regenfälle der vergangenen Tage, war der Pfad sehr rutschig und teilweise nicht mehr vorhanden. Dank gegenseitiger Hilfeleistung wurde dies jedoch mit Bravour gemeistert. Die kalten Getränke im Bauernhof-Kiosk in Steinbach am Strümpfelbachviadukt wurden danach gerne in Anspruch genommen. Die herannahende Wieslaufbahn oder auch „Wiesel“, ein  historischer Dampfzug, war ein begehrtes Fotomotiv. Im Anschluss wurde das Strümpfelbachtal erwandert. An den harten Schichten des Kieselsandsteins und des unteren Stubensandsteins haben sich etliche Wasserfälle gebildet mit zum Teil ein Meter Höhe. In ihrer herben Romantik steht das Strümpfelbachtal der Wieslaufschlucht in nichts nach. Vorbei an der Brandruine Nonnenmühle und dem Weiher Voggenhof wurde der Ort Ebni erreicht. Von hier war es nur noch ein Katzensprung bis zum Ebnisee. Der künstlich aufgestaute See entstand im Jahre 1745 und diente der Flösserei. Mit der Eröffnung der Eisenbahn wurde die Flösserei 1861 eingestellt. Zum Hochwasserschutz und zur Nutzung der Wasserkraft wurde der See 1884 wieder aufgestaut. Heute ist der See ein Naherholungsgebiet. Helmut Barthold bedankte sich bei Thomas und Sylvia Schwaner für diesen sportlichen und erlebnisreichen Tag.

3-Tages-Bergtour auf die Zugspitze vom 21. – 23. Juli 2017

zugspitze_3613zugspitze_094448_webzugspitze_3622zugspitze_3644zugspitze_163805zugspitze_180314zugspitze_3651-querzugspitze_7452zugspitze_0401zugspitze_3649zugspitze_3670zugspitze_7445zugspitze_3689zugspitze_3684zugspitze_3692zugspitze_3691zugspitze_3699zugspitze_3697

Der höchste Berg Deutschlands war das Ziel der OG Pfullingen des Schwäbischen Albvereins. Die Wanderbegleiter Gerhard Stolz und Doris Sautter hatten für den Aufstieg das Reintal gewählt. Der erste Höhepunkt nach dem Abmarsch in Garmisch war das Durchqueren der Partnachklamm am frühen Morgen, tosendes Wasser zeugte von den anhaltenden Regenfällen der vergangenen Tage.
Weiter ging es dann durch das noch breite Reintal bis zur Bockhütte. Hier erfolgte ein erster Halt. Auf schmalen Wegen ging es dann bergauf und manchmal auch bergab bis die Reintalangerhütte erreicht war. Und damit waren die ersten 650 Meter der zu bewältigenden 1320 Höhenmeter geschafft. Ein Regenschauer brachte eine Pause und die Überlegung, die Tour hier zu beenden. Nach kurzer Zeit hörte es aber wieder auf zu regnen und die Albvereinler beschlossen, den weiteren Aufstieg zu wagen. Am Talende führte der Weg zu einer recht steilen Scharte. Über viel Geröll wurde schließlich nach 8 Stunden die Knorrhütte erreicht. In dieser schon 1855 errichteten Schutzhütte schlugen die Pfullinger ihr Lager auf. Am nächsten Morgen stand dann der Anstieg zur Zugspitze auf dem Programm. Unter dem Geläute der Schafglocken wurde das Zugspitzplatt erreicht. Hier wurden die Wanderer von den ersten Teilnehmern des diesjährigen Zugspitzlaufes überholt. Am Schneefernerhaus vorbei, das heute eine Observatorium ist, wurde der steile und rutschige Geröllhang erklommen. Drahtseile und Eisenstifte erleichterten im letzten Teil die 950 Höhenmeter des Aufstiegs. Auf dem Gipfel der Zugspitze, bzw. in der Beton- und Techniklandschaft dort oben, wird man von den fast 5000 Besuchern täglich, erschlagen. Glücklicherweise gibt es eine unverbaute Aussicht, die für alles entschädigt. Da sich im Geröllhang immer noch Dutzende von Bergläufern heraufquälten, entschloßen sich die meisten der Pfullinger mit der Seilbahn bis zum Platt hinabzufahren. Da wegen schnell aufkommender Gewittergefahr der Zugspitzlauf abgebrochen wurde, hatten die Albvereinler auf dem Rückweg zur Knorrhütte fast nur noch Einsamkeit um sich herum, erreichen aber die Hütte noch rechtzeitig – das, besser die Gewitter entluden sich dann in der Nacht mit brachialer Gewalt. Der Abstieg am nächsten Tag führte wieder ins Reintal hinab. Unterwegs konnten die Wanderfreunde Alpenrosen und Sumpf-Herzblatt bewundern. Als die Baumgrenze erreicht war, zeigten sich sogar noch letzte Orchideen, wie das Große Zweiblatt. Bei der Schlußeinkehr in Feldstetten waren sich alle Teilnehmer einig, drei  anstrengende, schweißtreibende aber unvergesslich schöne Tage erlebt zu haben.

„Kultur-Tour“ Heuneburg / Pyrene

kultur-tour_mg_4587a kultur-tour_img_3592

kultur-tour_img_3582 kultur-tour_img_3585

kultur-tour_img_3587 kultur-tour_img_3588

kultur-tour_img_3577 kultur-tour_mg_4604

Der Schwäbische Albverein Ortsgruppe Pfullingen und die Wanderführer Barbara Hirsch und Ulrich Rall hatten am 09.07.2017 zu einer „KulturTour“ der besonderen Art eingeladen. Nach gemeinsamer Fahrt nach Hundersingen wurde zunächst das Museum Heuneburg besucht. Hier konnten sich die Teilnehmer einen ersten Eindruck über die Welt der Kelten in den Jahren zwischen 650 bis ca. 200 v.Chr. verschaffen. Das Fachwissen der Wanderführer war hier für die Beantwortung einzelner Fragen sehr hilf- und aufschlussreich. Die Kelten hinterließen keine schriftlichen Zeugnisse und doch sind sie die Väter und Mütter der europäischen Kultur. Die Kelten = die ersten Europäer? Diese Frage konnte leider nicht abschließend geklärt werden. Auf der kurzen, ca. 1-stündigen Wanderung zum Freilichtmuseum Heuneburg, vorbei an der auf einem keltischen Grabhügel erbauten mittelalterlichen Baumburg und einem weiteren Grabhügel, gab die Natur leider keinen Blick in das Donautal frei. Das Freilichtmuseum Heuneburg ist der bislang am besten erforschte und einer der größten frühkeltischen „Fürstensitze“. Die Wandergruppe hatte nach der Mittagsrast und gestärkt mit „keltischem“ Met (Honigwein) eine 1 ½-stündige Führung, um dem Rätsel Pyrene auf den Grund zu gehen. Neben imposanten keltischen Wallanlagen, rekonstruierten Wohnhäusern und Werkstätten konnte auch der Fund von Sommer 2016 unterhalb des Bussen, der Unlinger Reiter, bestaunt werden. Der Fürstensitz hatte bereits zu seiner Zeit weitrechende Handelsbeziehungen in den Süden und liebte die mediterrane Kultur, was sich in der Art der Tongefäße und der Kleidung wiederspiegelte. Auf Grund fehlender schriftlicher Überlieferungen aus dieser Zeit, konnte selbst der archäologisch und historisch versierte Museumsführer nicht das komplette Rätsel um Pyrene aufklären und so bleibt auch der Phantasie noch etwas Raum. Nach so viel historischem „Input“ ging es dann auf die etwa 3-stündige Wanderung weiter durch kühlenden Wald, vorbei an weiteren Grabhügeln, frühkeltischen Siedlungsspuren zu dem berühmten Hohmichele. Dieser Grabhügel wurde in den 50-ziger Jahren abgetragen und erforscht. Leider war auch dieses Fürstengrab, wie die meisten gefundenen Gräber, seiner Schätze bereits beraubt. Es konnten jedoch durch die Freilegung die Struktur des Fürstengrabes und der weiteren im Hügel angelegten Gräber erforscht werden. Nach einer kurzen Rast auf dem Hohmichele wurde der Weg zum Ausgangspunkt zurück angetreten. Bei der Abschlusseinkehr bedanke sich Helmut Barthold auch im Namen der begeisterten Teilnehmer für die erlebnisreiche und kulturhistorisch lehrreiche „KulturTour“.