Schwarzwaldwanderung – vom Buhlbachsee zum Lotharpfad

 

Zur traditionellen Schwarzwaldwanderung starteten 47 Wanderer frühmorgens um 8:00 bei regnerischem Wetter mit dem Bus nach Baiersbronn in der Hoffnung, dass der Wettergott seine Entscheidung nochmals überdenken wird. Nach ca. 1.5 Std. Fahrt über nahezu autofreie Straßen kam die Wandergruppe an ihrem Ausgangspunkt in Obertal an und das Wetter hatte sich während der Fahrt bereits deutlich aufgehellt. Jedenfalls konnten die Wanderer ohne Regenjacke, aber auch ohne Sonnenbrille, losmarschieren. Entlang des Buhlbaches führte der Weg sogleich schwarzwaldtypisch erst mäßig, dann zunehmend kräftig bergan. Der Ortsteil Obertal heißt zwar so, liegt aber eben tief im Tal und unser erstes Ziel ist der Buhlbachsee auf ca. 800 m Höhe. Dieser ausgesprochen malerische und idyllische Karsee ist eine Hinterlassenschaft der letzten Eiszeit. Nach einer angemessenen Pause wurde die nächste Etappe angegangen. Auf nunmehr sehr schmalem Pfad ging´s weiter steil bergauf über Sandsteinplatten und am Felsblöcken vorbei hoch zur „Zuflucht“. Dieser Name geht auf die erste Schutzhütte aus dem Jahr 1806 zurück, in der Reisende und Händler bei der damals noch sehr schwierigen Überquerung des Schwarzwaldes von Straßburg nach Freudenstadt Schutz finden konnten. In der zweiten Hälfte des 19. Jh. wurden hier mehrfach verirrte oder verletzte Reisende, vor allem in den Wintermonaten, geborgen und einige vor dem Tod bewahrt. Vorbei an den Resten der „Röschenschanze“ aus den Koalitionskriegen im 18.Jh. gelangten die Wanderer zum Skilift Zuflucht und folgten nun dem Panoramaweg mit Aussicht bis in das Rheintal und den Vogesen zum Lotharpfad. Die dortigen Sturmschäden aus dem Jahr 1999 hat die Natur bereits derart ausgefüllt, dass man selbst von den Aussichtsplattformen aus nur noch mit Mühe über die nachgewachsenen Baumwipfel sehen konnte. Im letzten Teil der Tour und Rückweg folgte die Wandergruppe über die Hahnenmisse auf schmalen Pfaden entlang dem Spaltbächle, durch mannshohe Farne in der schmal eingeschnittenen Klinge, die der Bach ausgeformt hatte. Das Spaltbächle mündet alsbald in den Buhlbach und nach wenigen letzten Kilometern kam die Wandergruppe wieder an ihrem Ausgangspunkt an. Trotz anfänglich unsicherer Wetterlage zeigte sich der Schwarzwald von seiner beste, abwechslungsreichen und romantischen Seite.
In Gesellschaft einer fröhlichen Wandergruppe war dies ein gelungener und sehr erlebnisreicher Wandertag, der im Gasthaus Blume in Obertal einen gebührenden Abschluss fand und für den sich Doris Sautter bei den beiden Wanderführern Elsbeth und Helmut Barthold im Namen aller herzlich bedankte. (v)