Eine Besichtigung der Betzinger Siedlung Gmindersdorf hatte die OG des Schwäbischen Albvereins organisiert. Holger Lange, Stadtführer in Reutlingen, erwartete die Pfullinger Albvereinler am Gedenkstein der Arbeitersiedlung. Der berühmteste Architekt der damaligen Zeit, Theodor Fischer, hatte 18 verschiedene Haustypen geplant und schließlich hat jedes Haus auch noch andere Fensterläden. Dabei bekamen manche der Häuser und sogar Garagen den sogenannten Fischer-Bogen. Die Firma Ulrich Gminder baute von 1903-1916 für ihre Arbeiter diese Siedlung. Dabei wurden auch etliche Gemeinschaftseinrichtungen erstellt wie eine Waschküche, Mosterei, Kinderhort, Badehaus etc. Natürlich gab es auch eine Metzgerei sowie eine Gaststätte, die heute noch besteht. Um 1908 wurden schon 894 Bewohner gezählt. Holger Lange führte auf die Höhe über der Siedlung, wo ein sogenannter Altenhof als Rundbau entstanden war. Hier wurden die Witwen und altershalber ausgeschiedene Arbeiter untergebracht, damit wieder Wohnraum für Familien frei wurde. Ein weiterer sozialer Aspekt war, die Frauen konnten eine halbe Stunde früher in die Mittagspause gehen, damit sie Zeit hatten für ihre Familien zu kochen. Etliche der Häuser stehen heute unter Denkmalschutz. Nach dem Ende der Führung fuhren einige der Teilnehmer wieder mit dem Bus zurück, andere begaben sich auf Schusters Rappen und genossen den sonnigen Tag noch auf einer Tour zum Markwasen,


