4 Tage auf dem HW7

Mehrere Mitglieder der OG Pfullingen hatten den Wunsch, den HW 7 zu erwandern. Dieser  führt  von Lorch im Remstal auf 232 km Länge bis nach Friedrichshafen. Dabei werden Mittelgebirgszüge, karge Hochflächen der Alb, die weiten Riedlandschaften Oberschwabens durchstreift und letztendlich kann man das besondere Flair des Bodensees geniessen. Nun ging es kürzlich mit dem Zug nach Lorch. Unter der Leitung von Gerhard Stolz begann die Wanderung in Lorch mit einem kurzen, steilen Anstieg. Auf der Hochfläche angekommen zeigte sich schon der Hohenstaufen. Unterwegs tangierten die Wanderer das Kaisersträßle, eine historische Ost-West-Verbindung, die über den Höhenrücken des Schurwaldes führt. Die staufischen Kaiser nutzten diesen  Weg für ihre Ritte vom Hohenstaufen nach Waiblingen. Das erste Etappenziel war das Wäscherschloß, eine Burg aus der Stauferzeit. Von hier ging es weiter durch das idyllische Beutental und hinauf nach Maitis, das zu Füßen des Hohenstaufen liegt. In Serpentinen wurde dann das letzte Stück zu den Mauerresten der Stammburg der Staufer erklommen. Bekanntester Herrscher war wohl Kaiser Friedrich I. der auch den Beinamen Barbarossa erhielt. Der Zeugenberg bietet einen Rundumblick in nahezu alle Richtungen. Nach einem überwältigenden Ausblick stiegen die Pfullinger wieder ab und erfreuten sich an den blühenden Obstbäumen. Ein kurzes Stück Weg führte noch durch die wildromantische Sauklinge und bald war Göppingen erreicht, wo die Wanderer erstmals übernachteten. 

Am 2. Tag wanderten die Albvereinler von Göppingen über freie Landschaften bis Bad Boll. Da es an diesem Tag doch ziemlich windig und kühl war, verlegten sie ihre Vesperpause kurzerhand ins Kurhaus Bad Boll. Über Eckwälden und durch das NSG Teufelsloch wurde der Albtrauf erreicht. An der nächsten Übernachtung vorbei stiegen die Pfulinger noch in Serpentinen hinauf zum Bosler. Hier verläuft der Albnordrandweg und der Hauptwanderweg 7 auf gleicher Route. Dort oben bot sich noch eine schöne Aussicht auf´s Albvorland und die Kaiserberge. Ein  Gedenkstein erinnert an die 17 Toten von 10 Flugzeugen, die von 1931 bis 1979 am Boßlerhang zerschellten. Mittels Autotransport ging es dann wieder hinunter nach Kaltenwang. Am anderen Morgen brachte der Shuttleservice die Wanderer wieder hinauf zum Albtrauf.

An den Jahrhundertsteinen, ein modernen Denkmal bestehend aus Steinmonolithen, gestiftet von der Unternehmerfamilie Moll begann die 3. Etappe. Hier wurden die Pfullinger vom Hauptfachwart Wandern, Eberhard Fritz, erwartet, der ihnen viel Wissenswertes auch über die Umgebung erzählte. Zum Abschied überreichte er jedem Teilnehmer ein Gruibinger Maiböckle. Die  nun folgende Wanderroute verlief auf schmalen Traufpfaden bis zum Parkplatz Eckhöfe. Über Bläsiberg gelangten die Wanderer zur Kreuzkapelle. Eine Gräfin von Helfenstein ließ 1626 dort ein Kruzifix errichten und 1825 erbauten die Wiesensteiger Bürger die Kapelle. Auf attraktivem und anspruchsvollen Naturpfad erfolgte der Abstieg nach Wiesensteig im Filstal.  Nächstes Ziel war der Filsursprung, eine typische Karstquelle. Über Treppenstufen wurde die Schertelshöhle erreicht. Hier erlebten die Pfullinger eine Überraschung. Trotz noch nicht offiziell geöffneter Höhle durften sie auf eigene Faust die 250 m langen Höhlengänge erkunden. Einem Trockental folgend wurde dann wieder die Hochfläche der Alb erreicht und damit Westerheim, die letzte Übernachtung. 

Der 4. Tag brachte die Wanderer quer auf die Hochfläche der Münsinger und Blaubeurener Alb. An der Laichinger Tiefenhöhle vorbei gelangten die Wanderer zur Sontheimer Höhle, der ältesten Schauhöhle Deutschlands. Diese war aber zum Schutz der Fledermäuse noch geschlossen.  Bald war Justingen erreicht. Eine Stele vor dem Portal der  St. Oswald Kirche erinnert an die staufische Geschichte des Ortes. Weiter ging es durch das felsige und wildromantische Bärental. In der dunklen Schlucht beeindruckten vor allem die zu beiden Seiten hoch aufragenden, eigenartigen Felsformationen.  Teils über Stufen wanderten die Albvereinler hinunter nach Hütten im Schmiechtal. Hier endete die 4-tägige Etappenwanderung, die viele neue Eindrücke bescherte.