Am 22. August trafen sich 19 Radfahrer zur Radtour der OG Pfullingen nach Grafeneck. Bei angenehmem Wetter ging es zunächst steil bergauf zum Oberen Lindenhof. Auf der Albhochfläche rollte die Gruppe entspannt durch das Lonsinger Tal nach Gomadingen, wo sie sich eine Kaffeepause gönnte. Von dort ging es über Steingebronn und am Flugplatz Eisberg vorbei zur Fauser Höhe. Nach einem kurzen Zwischenstopp, bei dem sich die Teilnehmer auf dem dortigen Ponyhof umsahen, war es nur noch ein kurzes Stück bis nach Grafeneck. Hier erhielten die Radfahrer eine kleine Einführung in die wechselvolle Geschichte Grafenecks: von der ehemaligen Burg über das Jagdschloss und das barocke Schloss mit Opernhaus bis hin zu Verfall und Abriss einiger Gebäude. Später diente das Anwesen als Forsthaus und befand sich in Privatbesitz, bevor es 1928 von der Samariterstiftung übernommen wurde. Während des Dritten Reichs wurde Grafeneck zur Tötungsanstalt. Heute befindet sich dort wieder eine Einrichtung der Samariterstiftung für Behindertenhilfe und Sozialpsychiatrie. Nach dem Besuch der Gedenkstätte, die an die mehr als 10.600 geistig bzw. psychisch beeinträchtigten Menschen erinnert, die hier im Dritten Reich als „unwertes Leben“ ermordet wurden, wurde am Schloss eine Mittagspause eingelegt und das mitgebrachte Vesper verzehrt. Anschließend blieb noch genügend Zeit, sich auf dem Gelände umzusehen und das Dokumentationszentrum zu besichtigen.
Auf dem Rückweg über Marbach und Großengstingen ließ man die Radtour auf dem Schönberg beim Albvereinstag gemütlich ausklingen.

